Archetypische Dramaturgie bedeutet in der Praxis:
Geschichten erzählen auf hohem Niveau!

Kommunikation wird immer professioneller. Die Zeit, um eine Botschaft zu vermitteln, wird zugleich kürzer und damit kostspieliger und wertvoller. Dies fordert eine immer präziser gestaltete Struktur von Botschaften, Kommunikation und Erlebnissen, worin die Dramaturgie ihre Uraufgabe vorgegeben findet.
Dabei gilt: Abläufe mit kommunikativer Intention erreichen ihre Intention nur durch die Werkzeuge der Dramaturgie. Insofern ist jeder Mensch, der eine Intention verfolgt, auch Dramaturg.

Praktische Dramaturgie erarbeitet dabei die Hintergründe, auf denen die Intention beruht und durch die sie überhaupt erst wirksam wird.

Die archetypische Dramaturgie setzt dabei modern interpretierte Archetypen, klassische Mythen und erklärbare Strukturen von Gefühlen, Stimmungen und Emotionen ein.

Dramaturgen kooperieren vor allem mit Regisseuren, Bühnenbildnern, Handwerkern, Programmetwicklern und (immer noch) mit Schauspielern – also Personen, die auf öffentlichen Flächen sichtbar sind, weil sie sich einer Schau stellen.

Dramaturgen zeigen konsequent auf, wie die Abfolge von Ereignissen und Vorgängen so angeordnet und aufeinander abstimmt wird, dass sie vom Zuseher, Gast oder Kunden als selbstverständlich erlebt wird.

Nur durch diese Selbstverständlichkeit werden Gefühle natürlich geweckt und Emotionen als glaubwürdig wahrgenommen.

Der Dramaturg erzeugt deshalb das Gegenteil dessen, was ihm oft nachgesagt wird; er inszeniert eben nicht etwas Künstliches, sondern er schafft die Struktur von etwas möglichst Natürlichem.

Damit bleiben die handelnden Personen, Botschaften und Produkte im Mittelpunkt (Helden) und die Dramaturgen sind dort aktiv, wo sie hingehören – in der unsichtbaren zweiten Reihe.