Dramaturgie ist die Suche nach der Bedeutung und nach der Struktur.
Das Ziel der Dramaturgie ist Unverwechselbarkeit.
Es gibt viele Interpretationen des letzen Abendmahles. Aber nur eine erkennt man bereits an der Umrisslinie.
Verkaufsräume, Hotels, Point-of-Sale Inszenierungen, Tourismus-Regionen, Produkt-Zyklen Entertainment-Parks – sie alle wollen ähnliches – eine möglichst klare Abgrenzung, eine deutliche Botschaft, eine unverwechselbare Marke. Dabei ist das Unverswechselbare nicht immer mit dem Spektakulären gleichzusetzen.
Inszenierungen, wie der Art Event „Burning Man“ setzen natürlich Jahr für Jahr neue Standards für aufsehenerregende Umsetzungen, inspirieren die Künstler in aller Welt und weiten die Grenzen für szenische Interpretationen immer weiter aus.
Die Sehnsucht nach dem Besonderen, nach dem Außergewöhnlichen erfasst die Vorstellung und lässt mittelmäßige Umsetzungen rasch auf der Strecke.
Dramaturgie geht gerade deshalb einen Schritt tiefer, forscht eine Ebene darunter und dahinter – um die Skripts freizulegen, die Ur-Botschaften und -Bedeutungen.
Dramaturgie erreicht dadurch eine weitaus höhere Beständigkeit einer Idee, weil sie jede Inszenierung auf ihren Grund hin erforscht und darauf systematisch aufbaut.
Und oft ist es gerade nicht das Spektakuläre, nicht das Noch-Nie-Gesehene – sondern die besonders liebevolle Umsetzung des Schon-Immer-Da-Gewesenen, das eine gute Dramaturgie bestimmt.
So entstehen Inszenierungen, die Stil und Flair mit Lebensgefühl und Klarheit verbinden. Etwa im Tourismus:
Pure Health - La Ferme Thermale d’Eugenie, Landes, Frankreich
Royal Style - Four Seasons Resort Bali, Sayan
Stone Age - Sabi Sabi Earth Lodge, Skukuza, South Africa
Living Free - Banyan Tree Bintan, Bintan Island, Indonesia
Auf solchen „Bühnen“ läßt sich auch leicht eine gute Bespielung entwickeln.
Die Mitarbeiter werden zu „Cast-Members“ – zu Akteuren auf einer Bühne.
Und jedes Detail kann mit einfachen Mitteln individuell inszeniert werden.
Beispiel: Dwarika’s Hotel, Kathmandu, Nepal